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Kaum einer der heutigen Musiker entzieht sich so sehr der Schablone des
üblichen Werdeganges über Wunderkind-Erfolge zur Galamianschen Virtuosenbrutstätte und durch Protektion gesicherten Podiums- und Schallplattenerfolg wie Jenny Abel.
Sie gehört zu jenen Künstlern, die ihren als richtig erkannten Weg ohne
Rücksicht auf Verluste gehen. Nach dem Abschluß ihrer Studien (Violine bei Ulrich Koch, Max Rostal und Henryk Szeryng, Klavier und Komposition bei
Josef Schelb und dem Fortner-Schüler Josef Michel) stellte sie sich früh auf Solo-Programme ein.
Schwerpunkte bilden dabei Bach, Bartók, Hindemith und Reger.
Henze schrieb eigens für sie seine Solo-Sonate „Tirsi Mopso Aristeo“. In den letzten Jahren kamen vor allem Solo-Werke von Papaioannou, Bacewicz, Bloch, Zimmermann und anderen
zeitgenössischen Komponisten hinzu. Es scheint fast unfaßbar, wieviele Mühen sie im Laufe der Jahre für Werke aufgewendet hat, von denen sie wußte, daß sie sie vielleicht nur dies eine Mal spielen
wurde... Es gibt nur verschwindend wenige Künstler, bei denen sich der Vorgang einer so gut wie absoluten
Identifikation mit ihrem Spiel so offenbar und zwingend vollzieht... Wer sie kennt, nimmt es ihr ab, wenn sie sagt: „Ich
finde, es ist nicht so wichtig, Geigerin zu sein, sondern Musikerin; denn es kommt ja nicht auf das Instrument an, das
man spielt, sondern auf die Musik, auf das, was man zu sagen hat, oder auch nicht...“ (FARGA: GEIGEN UND GEIGER. Albert Müller Verlag. 7.Auflage. Rüschlikon 1983).
Nicht zuletzt ihre Solo-Abende haben Jenny Abel weltweit bekannt gemacht. Sie konnte sowohl ihrem Publikum als
auch den Absolventen ihrer Meisterkurse in Los Angeles, Sydney, London oder Peking die Musik unserer Tage mit
Erfolg nahebringen. "Jenny Abel ist Geigerin dieses Jahrhunderts. Ihre Interpretationen sind stark, keine Note bleibt in
ihnen zweifelhaft. Man fühlt, daß wenn ein unbekanntes Werk Erfolg haben soll, sie es sein wird, die ihn herbeiführt.
Als "Champion" zeitgenössischer Musik ist sie ein wertvoller Verbündeter." (Christchurch/Neuseeland)
"Jeder Interpret hat ... die geistige Verpflichtung, die Musik seiner Zeit zu spielen; kein Mensch, und vor allem kein
Künstler, kann außerhalb seiner Zeit stehen. Das sogenannte Virtuosentum etwa des letzten Jahrhunderts fiel in eine
Epoche, in der man ständig neue Werke hören wollte und spielte. Leider ist das heute verlorengegangen. Man kann,
glaube ich, die Musik nur dann völlig durchdringen, wenn man von seiner eigenen Zeit aus auch die Werke der Vergangenheit sieht und versteht." (NZ 3/1983)
"Ihr technisches Können und ihre in sehr tiefen Regionen verwurzelte Musikalität rechtfertigen es, ihr einen hohen
Rang in der internationalen Geigerelite zuzuordnen.“ (HARTNACK: Große Geiger unserer Zeit, Atlantis Musikbuch-Verlag, 1983).
Jenny Abel und Mihai Ungureanu trafen sich 1991 erstmal zum
Dup-Spiel. Seitdem konzertieren sie in vielen europäischen Ländern, spielten gemeinsam CDs ein und erschienen in Fernsehen und Rundfunk. Ihr Repertoire reicht von Bach bis zu den
Zeitgenossen, auch in Doppelkonzerten mit Orchester
Der am 5. Mai 2003 verstorbene Komponist Gerhard Rosenfeld
widmete Jenny Abel und Mihai Ungureanu mehrere Werke, darunter “Pour Brancusi”, geschrieben 1995 für die Kulturwoche der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien und Moldawien. Diese
von Jenny Abel und Mihai Ungureanu gespielten Werke erscheinen im Frühjahr 2003 auf einer CD der Edition Hastedt - Zeitgenossen.
STEREOPLAY: Partner der großen geigerin: Wenn es um Stücke fpür Violine und Klavier geht, erfreut sich Jenny
Abel in dem rumänischen Pianisten Mihai Ungureanu eines technisch wie musikalisch hervorragenden Partners”
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